2 vs. 18 – Wissenschaft und Feminismus

Vor drei Jahren war es erstmals so weit. Eine Frau übernahm die Leitung einer staatlichen Universität: Ingela Bruner war „die Erste“ – die erste weibliche Frau an einer Uni-Spitze. Das war 2008. Inzwischen hat sich die Zahl der Rektorinnen verdoppelt – es sind zwei. Von 20. An Fachhochschulen und Privat-Unis zeigt sich mit jeweils zwei Rektorinnen dasselbe männerdominierte Bild.

Dass die Gleichstellung von Frauen essentieller Bestandteil einer emanzipierten Gesellschaft ist, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Mit der Frauenbewegung kommen jedoch auch Widerstand und Ablehnung auf – ein besonders beliebtes Thema ist hier beispielsweise das Verwenden einer emanzipierten Sprache mit der Nennung beider Geschlechter. Was für viele als Unwesentlichkeit und reine Umständlichkeit abgetan wird, ist in Wahrheit prägend für unsere Denkprozesse und letztlich für unser soziales Verhalten. Sprache ist etwas sehr Subtiles. Sie vermittelt sachliche Inhalte ebenso wie Wertehaltungen.

Oftmals wird Feminismus nur oberflächlich betrachtet und seine Konzepte nicht richtig verstanden. Feminismus thematisiert nicht ausschließlich die Rechte und Gleichstellung von Frauen, er ist im Sinne der Emanzipation ebenso Grundlage für eine Befreiung der gesamten Gesellschaft – auch Männer können nur dann selbstbestimmt leben, wenn ihr Dasein nicht auf Ausbeutung, Patriarchat und (Hetero-)Sexismus beruht.

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