Strom der Zukunft

Es ist Zeit für Optimismus. Diesen lässt nämlich die April-Ausgabe des GEO aufkommen: Eine Energiewende ist ganz eindeutig möglich, laut Studien könnte Europa bis 2050 zu 100% mit Ökostrom versorgt werden.

Die Techniken der Zukunft – allen voran „Sonnenkraftwerke“ mit riesigen Parabolspiegeln – sind da. Drei Hindernisse gilt es zu überwinden: den Ausbau des Stromnetzes, die Speicherung von Energie und die Überwindung der Atompolitik.

Für herkömmliche Argumente gegen die Energiewende wie etwa große Stromverlusten bei langen Transportwegen gibt es bereits Lösungen: transportiert werden soll nicht mehr der Wechselstrom, sondern Gleichstrom, der dann durch riesige Transformatoren kurz vor dem Ziel wieder in Wechselstrom überführt werden soll.

Gegenargument Nummer zwei ist die angebliche Unzuverlässigkeit von Strom aus erneuerbaren Technologien. Auch hier gibt es Lösungen: Smart Grid – das schlaue Netz. Elektronische Stromzähler an Knotenpunkten des Stromnetzes und in privaten Haushalten ermitteln demnach völlig selbstständig, wie viel Strom eingespeist wird und wo wie viel benötigt wird. Schwankungen (Sonnenstrahlung, Wind, …) würden automatisch ausgeglichen: bei wenig Windstrom werden beispielsweise die Waschmaschine oder die zukünftige Ladestation des Elektroautos automatisch abgeschalten und erst dann wieder an, wenn das Angebot steigt. Neue Geräte, die dies können, gibt es bereits. Doch das Smart Grid, für das sie gedacht sind, wird noch zurück gehalten.

Ob vielversprechende Sonnenkraftwerke mit Parabolspiegeln und Ferntransport mit HGÜ-Kabel (Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungskabel) und solarthermische Kraftwerke oder noch zu verbessernde Osmosekraftwerke, Aufwindkraftwerke, Gezeiten- und Wellenkraftwerke: die technischen Möglichkeiten sind gegeben.

Jetzt heißt es, politische und gesellschaftliche Ängste und wirtschaftliche Festklammerung an überholten Technologien zu überwinden. Jede Wende hat ihre Gewinner und ihre Verlierer. „Verlierer“ werden Unternehmen eines alten und nicht funktionsfähigen Systems sein, das sich an Kohle- und Atomstrom klammert.
Gewinnen werden wir alle – das immer „Mehr“ hat seine Grenzen erreicht. Über unsere Erde können wir (noch) nicht hinausgehen. Deshalb heißt die Zukunft Nachhaltigkeit.

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