Internationaler Tag der Artenvielfalt

Unter „Biodiversität“ versteht man nicht nur Artenvielfalt – wie sie der 22. Mai gedenkt – sondern auch die genetische Vielfalt einer jeden Art und die Vielfalt der Ökosysteme.

Was hat das nun mit uns Menschen zu tun? Einiges: globalisierte Massenproduktionen führen dazu, dass in großflächigen Gebieten zur Produktionssteigerung ein und diesselbe Pflanze angebaut wird – so gennante Monokulturen, die also nur aus einer einzigen Arten bestehen, die zudem oft noch genetisch sehr nahe beieinander sind. Monokulturen haben quasi den Vorteil, dass der Opa nicht mehr Unkraut jäten muss. Opa heißt in diesem Falle eben „Wilmar International“ und ist einer der weltgrößten Produzenten von Palmöl und Biosprit.

Monokulturen haben vor allem den Effekt, dass sie leichtes Spiel für Krankheitserreger und Schädlinge sind – schafft es ein Parasit sich auf einigen Pflanzen durchzusetzen, kann er sich schnell über die gesamte Monokultur ausbreiten und so zu großen Ernteausfällen führen. Das möchte die Industrie natürlich nicht, weshalb sie oftmals vorbeugend und „großzügig“ auf einen höheren Einsatz von Pestiziden (gegen Bakterien, Pilze, Insekten, Schnecken, Vögel, andere Pflanzen u.v.m.) setzt. So werden Böden, Flüsse und Meere verseucht… und diese Gifte landen früher oder später wieder dort, wo sie hergekommen sind: beim Menschen.

Ein völlig anderes Kapitel ist der zunehmende Artenschwund, der in erster Linie eine Folge der Zerstörung von verschiedensten Lebensräumen und Ökosystemen ist. Dabei geht es nicht nur um die 13 Millionen Hektar Wald, die jedes Jahr abgeholzt (oder abgebrannt) werden, sondern auch um die Verstädterung und das extreme Bevölkerungswachstum, sodass Arten schlicht und ergreifend verdrängt werden.
Vom Aussterben bedroht ist jeder 8. Vogel, jedes 4. Säugetier und jedes 3. Amphib. Ganz besonders gefährdet sind das Spitzmaulnashorn, der große Panda, Tiger, der europäische Hausen (aus der Fisch-Familie der Störe), die Geierschildkröte, echte Karettschildkröte, die Grünwangenamazone (ein Papagei) und der Makohai – um nur einige Tiere zu nennen. Die Anzahl der bedrohten Pflanzenarten liegt in etwa bei der selben wie bei den Amphibien – also ca. 30%.

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